Interview mit Bianca Dittrich & Sönke Klinger

  • Was haben Sie wann studiert? Was haben Sie danach gemacht/machen Sie momentan?
    • Diplom Physik 1996-2002. Danach Promotion, Postdoc, Forschungsgruppen-Leiterin und jetzt ’Senior Research Faculty’ am Perimeter Institut für Theoretische Physik, Kanada.
  • Wann waren Sie im FSR aktiv?
    • Ca. 1997-2000
  • Warum haben Sie sich im FSR engagiert?
    • Die Universität Potsdam war damals relativ jung, und es bestand die Notwendigkeit den Fachschaftsrat weiter aufzubauen. Die Studierenden-Zahlen in Ma/Phy waren niedrig, so dass ein großer Anteil in meinem Jahrgang im FSR aktiv war.
  • Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit gut gefallen? Was waren die schönsten Momente im FSR?
    • Es war eine gute Möglichkeit Studien-Kollegen über die Semester hinweg kennenzulernen und die Universität aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ein Highlight war die Weihnachtsfeier mit Glühwein-Zubereitung im Wasserkocher.
  • Welchen Tipp würden Sie jungen Studierenden oder neuen zukünftigen FSR Mitgliedern an die Hand geben?
    • Beziehungen zu anderen Studierenden macht mehr als das halbe Studium aus.
  • Welche Projekte haben Sie vorangetrieben?
    • Zusammenlegung Ma- und Phy- Fachschaft, Fachschaftsraum organisieren, Vorlesungsreihe, in der die UP Forschungsgebiete vorgestellt wurden, Unterkunftsbörse für Gravitations-Sommerschule, der erste Frauentag am Mathe und Physik Institut, erste Klausuren-Sammlung + Skript-Sammlung, Erweiterung der Wahlmöglichkeiten für das Nebenfach (von Chemie zu Chemie+Informatik), …

Bildrechte: © IT- und Medienzentrum | Universität Rostock

  • Was haben Sie wann studiert? Was haben Sie danach gemacht/machen Sie momentan?
    • Ich habe zum WiSe 1998 begonnen Physik zu studieren. Diplomabschluss in 2005 bei Prof. Neher. Nach dem Studium habe ich nur in der IT gearbeitet. Zunächst als IT-Administrator in Bonn bei den Bundesbehörden „Zentralstelle für Agrardokumentation und -information“ bei der „Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung“. Im Anschluss war ich viele Jahre in Anwendungsbetrieb, Anwendungsentwicklung und IT-Beratung beim Berliner Teil des „Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ tätig, zuletzt als Referatsleiter. Während der Pandemie bin ich an die Universität Rostock gewechselt, und leite dort das IT- und Medienzentrum. Das ist wie das ZIM ein Zusammenschluss von Medienzentrum und Rechenzentrum.
  • Wann waren Sie im FSR aktiv?
    • Fast von Anfang an im Studium und dann auch zügig in die Koordinationsrolle. In den späteren Jahren war ich nur assoziiert und eher in der akademischen Selbstverwaltung und StuPa Umfeld unterwegs.
  • Warum haben Sie sich im FSR engagiert?
    • Es gab damals nur wenige Studierende und wenige die es machen wollten (einmal vorbeigeschaut und geblieben), aber es war auch eine gute Gelegenheit um jahrgangsübergreifend und studiengangsübergreifend andere kennenzulernen und damit mehr Teil der Universität zu werden und mich einbringen zu können.
  • Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit gut gefallen? Was waren die schönsten Momente im FSR?
    • Es gab viele schöne Ausflüge unter dem Motto „Kultur im Park“, mit gemeinsamen Frühstück und z.B. einer Schlossbesichtigung. Schön war aber auch der Abschluss des gemeinsamen Renovierens des FSR Sozialraumes in Haus 8 am Campus am Neuen Palais.
  • Welchen Tipp würden Sie jungen Studierenden oder neuen zukünftigen FSR Mitgliedern an die Hand geben?
    • Der FSR ist eine großartige Möglichkeit viel näher an die Universität gebunden zu sein, mehr mitzubekommen, mehr gestalten zu können.
    1. Wie in vielen Bereichen hat sich die FSR Arbeit professionalisiert und deckt mittlerweile (wo es gut funktioniert) ein breites Spektrum an Aufgaben ab. Ist das aber in allen Fällen gerechtfertigt? Sollte das nicht in Teilen auch vom Land über die Universität oder Studierendenwerk angeboten werden? Es ist immer wichtig auch das zu hinterfragen und sich dafür einzusetzen.
    2. Ämterhäufung vermeiden, und lieber einzelne Aufgaben intensiv bearbeiten: Insbesondere in Institutsrat, Fakultätsrat und Senat und deren Kommissionen reicht eine Sitzungsteilnahme nicht aus - oder man verschwendet viel Potential. Wer dort etwas erreichen will muss viele Vorgespräche mit den anderen Teilnehmern führen. Aber es lohnt sich.
    3. Die mittelalterlich anmutende Drei-Stände-Ordnung zeigt sich gut in der Sitzverteilung Senat - je mehr Mitglieder eine Statusgruppe hat, desto weniger Einfluss hat sie. Studierende haben also keine Entscheidungsmacht, aber eine Kampagnenmacht (die man sparsam aber gezielt einsetzen sollte).
    4. Engagieren Sie sich für die Einführung einer studentischen Vizepräsidentin, die gleichberechtigt Teil der Hochschulleitung ist (vgl. studentische Prorektorin an der Universität Rostock)! In meiner Wahrnehmung verändert das die Stimmung und Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Mitarbeitenden sehr positiv. Und das ist im Interesse aller.
  • Welche Projekte haben Sie vorangetrieben?
    • Ich habe lange Jahre den FSR-Server und die FSR-Webseite betreut, einige Zeit den FSR „geleitet“, und neue Mitglieder für FSR, StuPa Fachschaftslisten und Institutsrat sowie Fakultätsrat gewonnen. Und wir haben - auch aus dem FSR heraus - erfolgreich mit einer Kampagne gegen die damals neu eingeführten 100 Mark Studiengebühren (aus unserer Sicht waren sie das) gekämpft.
  • Würden Sie sich wieder für den FSR entscheiden, wenn Sie sich noch einmal entscheiden müssten? Wieso?
    • Auf jeden Fall.
  • Was hätten Sie gerne schon im Studium als Tipp bekommen?
    • Sie werden wahrscheinlich große Teile Ihres Arbeitszeit am Computer arbeiten und (wissenschaftliche) Texte schreiben, programmieren oder mit anderen sich austauschen. Sie verwenden dabei ein absichtlich unergonomisch konstruiertes Eingabegerät mit einer uralten Tastenbelegung aus dem 19. Jahrhundert, für die nichts anderes spricht als das es alle anderen auch tun. Steigen Sie frühzeitig in die Reise zum effizienten und ergonomischen Eingaben von Zeichen in Computer ein! Ein guter Einstiegspunkt ist https://neo-layout.org/
      • Das „Endgame“ könnte dann sein:
        • Sie schreiben blind mit 10 Fingern ohne auf die Tastatur zu schauen.
        • Sie können alle Zeichen und Steuerbefehlen die sie benötigen auf einer kleinen 60 Prozent Tastatur eingeben (auf einer 60 Prozent Tastatur kann man alle Tasten bedienen ohne die Hände zu bewegen und die einzelnen Finger bewegen sich maximal 2 Zeilen nach oben und unten).
        • Die Tastatur ist gesplittet (dazwischen steht eine ergonomische Maus, z.B. als Spieler:in kann man auch nur mit linker Tastaturhälfte und Maus spielen).
        • Sie verwenden 4 bis 7 Tastaturebenen (z.B. kleines d, großes D, kleines griechisches Delta, großes griechisches Delta, Komma und Doppelpunkt auf einer Taste).
        • Ihr Tastaturlayout ist optimiert zum ergonomisch schreiben (weniger Fingerbewegungen, Wechsel zwischen Händen, wenige Kollisionen).
        • Die Handhaltung ist leicht gekrümmt (ergonomischer), sie verwenden Ihre Daumen auch für was anderes als nur die Space Taste (Daumen sind sehr beweglich, die meisten nutzen einen Daumen aber nur für Space und den anderen gar nicht).
        • Sie verwenden Tasten mit angenehmen Widerstand, Hub, Druckpunkt und Geräuschen.
        • Die Tasten sind ortholinear angeordnet (statt alle Finger beider Hände nach oben links/unten rechts zu bewegen werden sie nach oben und unten bewegt).
  • Zuletzt geändert: vor 3 Monaten
  • von Soenke Beier